Am 14. April 1826 kam Alexander Gentz zur Welt. Nicht nur im Museum Neuruppin wird man seiner 200 Jahre später gedenken. Der Roman “Der Schatz im Acker” von Hans von Hülsen gibt schon seit 1929 Gelegenheit dazu. Er steht in der Tradition der “Buddenbrooks” von Thomas Mann. Theodor Fontane hat den Stoff leider nicht literarisch aufgegriffen.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
“Von diesem nächtlichen Weg ins Luch kam Alexander Papen nicht zurück, und niemand hat mehr etwas von ihm gehört.” Mit diesen Worten endet der besagte Roman, diese 445 Seiten starke Familiengeschichte, dieses Unternehmerepos mit Schwerpunkt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In Wilhelm Papen ist sofort der ältere Bruder Gentz zu erkennen. Der Autor hat sich stark an der Geschichte der Neuruppiner Familie orientiert, aber auch ganz wesentliche Aspekte variiert, etwa den Tod des Protagonisten.

abfotografiert aus Jahrbuch Ostprignitz-Ruppin 2026
Worte von Theodor Fontane bilden den Ausgangspunkt. Es wirkt ambivalent, wenn er dem Bürgertum attestiert, das Glück im Besitz zu suchen und das Diesseits zu verklären. Im Hinblick auf Vater Papen und Sohn Alexander wäre vom Kaufmännischen zu sprechen, nicht vom Besitz an sich. Es wird Handel getrieben, der Torf ist gefragt, der Abbau ist harte Arbeit für die Torfarbeiter, das Geschäft blüht – noch. Vier Männer gründen die Märkische Torfgesellschaft Papen und Cie. Später geht es auch um Aktien und um gezielte Kapitalmarktaktivitäten. Die Kohle ist auf dem Vormarsch. Die Fragwürdigkeit fossiler Verbrennung ist noch sehr lange kein Thema.
Sohn Wilhelm tendiert zur Kunst, zur Malerei. Sohn Alexander lockt die Welt, etwa Paris, aber das Unternehmerische hat auch seinen Reiz. Eines Tages ist er der Chef. Und als solcher steht er am Ende vor Gericht. Die Anschuldigungen entsprechen dem Fall Gentz im Jahr 1883. Nur Im Hinblick auf den Bankrott wird er verurteilt. Also wie von Fontane notiert in den “Wanderungen”.

Foto: VHS
“Als er wieder frei war, war er ein gebrochener Mann”, schreibt Fontane. Sie kannten sich gut. “Sein Traum, ein Familiengut zu gründen, war in Scherben geschlagen”, schreibt von Hülsen über Papen. Alexander Papen tritt die Strafe nicht an. Er verflucht die, die jetzt mit Häme und Spott aufwarten. “Es lohnt sich nicht, in so schlechter Geselschaft zu leben!” Er geht die Friedrich-Wilhelm-Straße entlang. Immer weiter Richtung Luch…
Im Jahrbuch Ostprignitz-Ruppin 2026 geht es auch um Alexander Gentz. Irina Rockel würdigt den “König von Neuruppin”. Wie im Roman wird Helene Gentz, geborene Campe, einbezogen. Gentzrode feiert 2027 seinen 150. Geburtstag. Ob die Zeit reicht, dort Bedingungen für ein angemessene Feierlichkeit zu schaffen?







