Ein Tag ganz im Zeichen von Alexander Gentz, einem der Söhne Neuruppins

Blauer Himmel. Milde Temperaturen. Entspannte Gesichter. Museumsleiterin Maja Peers sprach denn auch von “Gentz-Wetter”. Im Museum stellte Bürgermeister Nico Ruhle den Neuruppiner Alexander Gentz, der am 14. April 1826 zur Welt kam, in eine Reihe mit den Stadtkindern Karl Friedrich Schinkel, Theodor Fontane und Eva Strittmatter. Eben eine prägende Persönlichkeit.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Über 80 Gäste, darunter 25 Nachfahren ganz unterschiedlichen Alters, hatten sich im Museum eingefunden, um sich durch Irina Rockels Ausführungen ein klareres Bild vom Lebensweg des spät Geehrten machen zu können. Die Initiative der früheren Leiterin des Museums war hier bereits Thema, auch Theodor Fontanes oberflächliche Bemerkungen über den Unternehmer. Rockel wies diese Sicht erneut entschieden zurück und äußerte deutliche Pressekritik. Zum 200. Geburtstag von Alexander Gentz gab es nur würdigende Worte und eine differenzierte Betrachtung der wechselvollen Firmengeschichte. Klar, dass man einen Konkurs im ökonomischen Kontext sehen und die Rechtsgrundlage kennen muss.

Dr. Irina Rockel als kompetente Referentin im Museum Neuruppin.

An Tagen, an denen das Rohöl und internationale Handelswege im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen, wird die Torfproblematik im beginnenden Industriezeitalter nicht kleiner. Und Irina Rockel verwies auch im Fall Gentz auf stattliche Kriegskosten und staatliche Versäumnisse. Stoff für ein Buch über den Unternehmer Alexander Gentz, seine Frau Helene und die große Kinderschar?
Aus dem Kreis der Familie waren schon vorab Worte des Dankes zu hören angesichts des ehrenden Gedenkens, das nun die damalige Familie Gentz durch die Dauerausstellung im Stadtgarten Restaurant erfährt. Der Tempelgarten und Gut Gentzrode stehen dabei im Vordergrund. Sehenswerte Fotos laden ein zur näheren Betrachtung. Die Informationen sind angemessen knapp gehalten.

Nicht genervt von der Knipserei: Freundliche Gäste im Restaurant.

Die auf Irina Rockels Initiative zurückgehende Präsentation ist in Zusammenarbeit mit dem Museum und dem Tempelgarten Verein entwickelt worden. Ob gehobene Gastronomie und kulturelles Interesse kollidieren, etwa wenn Touristen sich informieren wollen, aber nicht speisen oder trinken, wird sich zeigen. Sehenswert ist die Präsentation auf jeden Fall. Der Tempelgarten ist um eine Attraktion reicher. Zwei Mitglieder des Vereinsvorstandes sollen aus Briefen von Helene und Alexander vorgelesen haben. Wer die Lesung von Franziska Hauser in der Fontane Buchhandlung nicht versäumen wollte, musste auf die sicherlich reizvolle Darbietung im Museum verzichten. Manchmal ist in dieser Gentzstadt eben einfach echt irre viel los…

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert