AEQUINOX 2026 – kontrastreiche musikalische Impressionen vom Auftakt

Es passiert einfach. Ganz plötzlich. Und total exakt. Auf die Sekunde. Tag und Nacht halten sich die Waage. So am 20. März 2026 zur Nachmittagszeit. Die exakte Angabe hängt vom Standpunkt ab. Die Sonne macht’s möglich. Im Bewusstsein dieser Tragweite veranstaltet man in Neuruppin und Umgebung die Musiktage AEQUINOX. Sie fallen nicht vom Himmel. Schon im Vorfeld ist viel zu erledigen seitens der Kooperationspartner. Auch daran wurde zum Auftakt der 16. Auflage in der Kulturkirche erinnert.

Von Volkmar Heuer-Strathmann

Die Lautten Comgagney Berlin und der Förderverein Siechenhauskapelle Neuruppin haben dieses Format seit 2010 gestaltet und fortentwickelt. Als Vereinsvorsitzende und als künstlerischer Leiter traten Gabriele Lettow und Wolfgang Katschner ins Rampenlicht. Die vielen Mitwirkenden beim Auftaktkonzert hatten bereits Platz genommen. Ebenso die zahlreichen Gäste in der Kulturkirche, darunter auch Kulturstaatssekretär Tobias Dünow und Bürgermeister Nico Ruhle. Es war zu spüren, dass viele der Gäste nicht zum ersten Mal dabei waren. Als besondere Attraktion lockt AQUINOX jedes Jahr Kulturtouristen in die Region.
Ausdrücklich dankte das Leitungsduo den Sponsoren und Förderern, darunter das Land Brandenburg, der Landkreis OPR, die Fontanestadt Neuruppin, die Sparkasse OPR und ihre Stiftung sowie die Stiftung Soziales Neuruppin, aber auch private Spender. Dank und Applaus galten auch den im Vorfeld und im Hintergrund agierenden Vereinsmitgliedern.

Daniel Knauft im Rampenlicht vor dem großen Ensemble.

Sieben ganz unterschiedliche Events bietet das Festival 2026. Schon zum Auftakt gab es krasse Kontraste mit der Johannespassion um Jesu Leid und Tod in der Kulturkirche als Konzert mit großem Ensemble und dem Soloauftritt von Martynas Levickis am Akkordeon in der Siechenhauskapelle. Über Bachs Werk an anderer Stelle mehr.
Da Vinci’s Dream hatte auch melancholische Züge, aber es überwog mit nahender Mitternacht immer mehr das Tänzerische, Enthusiastische, Entfesselte. Ein Weltmeister am Werk! Die Veranstalter hatten nicht zu viel versprochen, als sie den Musiker aus Litauen vorstellten, der 1990 zur Welt kam und früh entdeckt wurde als wahrlich begabt. Tasten und Melodien prägten seinen Weg – schon bald am Akkordeon. Was Leonardo da Vinci einst vorschwebte als Organetto, ist in ganz unterschiedlichen Varianten realisiert worden.

Martynas Levickis beim Betreten der Siechenhauskapelle.
Foto: VHS

Im Jahr 2026 hat man in Deutschland das Akkordeon zum Instrument des Jahres gewählt. Martynas Levickis weiß, dass die Wertschätzung nicht selbstverständlich ist. Sein virtuoses Fingerspiel trägt auch dazu bei, nie mehr bloß an Trinklieder und wankende Seebären zu denken. Akkordeonspieler können so cool sein, so humorvoll, so nahbar – wie Levickis. Nach Kostproben aus der Musikkulturgeschichte seit der Renaissance war “Libertange” von Astor Piazolla ein Höhepunkt der Nacht. Ohne Zugaben konnte man den Zauberer nicht gehen lassen. Und dann wieder hinaus in die Stille der Passionszeit…

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