Sie heißen Sturm und Quick, man ruft sie Haus oder Homilius, Hammerschmidt oder Bodenschatz. Ihre Kompositionen gehörten zum Repertoire des Jungen Chores der Deutschen Oper Berlin, der am 3. Advent in Rheinsberg im Schosstheater gastierte und sehr zu gefallen wusste.
Von Volkmar Heuer-Strathmann
“Es ist ein Ros’ entsprungen”, von Praetorius durfte natürlich auch nicht fehlen. So sanft, so behutsam sangen die jungen Leute nicht immer. “Singt fröhlich, singt laut” aus “Stern am Himmel” von Marko Mihevc ist ihnen Selbstverpflichtung. Die frohe Botschaft soll überall gehört werden. Nur Latein, das wäre zu kurz gegriffen. Aber auch “O Radix Jesse” von Rihards Dubra gefällt.
Das Schlosstheater ist gut besucht, aber nicht etwa ausverkauft. Das Angebot in der Region ist groß an diesem Tag. Und manchmal finden einheimische Chöre mehr Resonanz als so gut beleumundete wie der Junge Chor der Deutschen Oper Berlin.
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Foto: VHS
Als Dirigent ist Christian Lindhorst daheim ebenfalls für den Kinderchor zuständig. Zum Ensemble des Tages gehörte auch der Chor mit dem wunderbaren Namen VoiceChangers. Vom “Midwinter” singen sie alleine. Ganz jung sind sie nicht mehr, aber noch nicht zu alt für den Jungen Chor. Die Krise der Wechselzeit liegt hinter ihnen. Ob schon mal jemand untersucht hat, wie sich der “Stimmbruch”, heute gerne Stimmwechsel genannt, im Falle Jesu darstellte?
Mit der Ankündigung des Erlösers im Alten Testament hatte das Konzert angefangen. Die Stimmen erklangen aus der Dunkelheit. “Elijahu hanawi” von Viktor Ullmann wurde wirkungsvoll in Szene gesetzt. Bei “O du fröhliche “ orientierte man sich an einem Arrangement von Ingrid Sturm. Der Auftritt wirkte anmutig und glaubwürdig. Das ist nicht selbstverständlich im Weihnachtsrummel. Dem Ensemble galt immer wieder dankbarer Applaus der Gäste, natürlich auch der bis zum Schlusstitel aus “Messiah” nicht näher vorgestellten Pianistin.
Für Heiterkeit sorgte der Dirigent, als er überlegen musste, wo er gerade … Na? Er schaute kurz leicht beschämt zu Boden, dann blitzte es auf. Seine jungen Leute – zwei von ihnen sind schon seit 17 Jahren dabei – hatten ganz am Ende von Händel eine große Botschaft auf dem Herzen, selbst für kopflos Wirkende: “Lift up your heads…”







